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<title>Stephan Rosinus</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Stephan Rosinus</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Stephan Rosinus</b>, auch Stephanus Rosinus <a href="Latinisierung_von_Personennamen" title="Latinisierung von Personennamen">latinisiert</a> aus <b>Stephan Rösel</b>, sein Beiname lautete <i>Augustensis</i> (* <a href="1470" title="1470">1470</a> in <a href="Augsburg" title="Augsburg">Augsburg</a>; † <a href="10._M%C3%A4rz" title="10. März">10. März</a> <a href="1548" title="1548">1548</a> in <a href="Passau" title="Passau">Passau</a>) war ein deutscher Humanist, Hochschullehrer und Diplomat.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Familie">Familie</h3></div>
<p>Zur Herkunft von Stephan Rosinus liegen nur wenige Hinweise vor. Sein Vater war um 1500 zum zweiten Mal verheiratet und es gab mehrere Geschwister.
</p><p>Er verwendete anfangs im Briefverkehr mit <a href="Conrad_Celtis" title="Conrad Celtis">Conrad Celtis</a>, den er an der <a href="Universit%C3%A4t_Ingolstadt" title="Universität Ingolstadt">Universität Ingolstadt</a> kennengelernt hatte, seinen eigentlichen Namen in verschiedener Schreibweise als Rösslin, Röslein, Rosslen und erst während seiner Zeit in <a href="Wien" title="Wien">Wien</a> häufiger die latinisierte Form als Rosinus, die er schließlich endgültig übernahm.
</p><p>Seine Beisetzung erfolgte in der <a href="Andreaskapelle_(Passau)" title="Andreaskapelle (Passau)">Andreaskapelle</a> des <a href="Dom_St._Stephan" title="Dom St. Stephan">Doms St. Stephan</a> in Passau. Seine <a href="Epitaph" title="Epitaph">Grabinschrift</a> lautet <i>D 1548. 10. Mart. obiit Rds. Pr. Dns. Stephanus Rosinus, Decr. Dr., Patav. et Trident. Eccl. Canonicus, Praepositus in Habach et Sedis apostolicae Protonotarius</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ausbildung">Ausbildung</h3></div>
<p>Stephan Rosinus besuchte vermutlich eine der lateinischen <a href="Klosterschule" title="Klosterschule">Klosterschulen</a> in Augsburg. Er verließ als <a href="Scholar" title="Scholar">Scholar</a> bereits in jungen Jahren die Stadt und besuchte verschiedene deutsche Hochschulen, bei denen er sich an den vorherigen Besuchen von Conrad Celtis orientierte. Er besuchte seit 1490 die Hochschulen von <a href="Erfurt" title="Erfurt">Erfurt</a>, <a href="Krakau" title="Krakau">Krakau</a>, <a href="Ingolstadt" title="Ingolstadt">Ingolstadt</a> und <a href="Wien" title="Wien">Wien</a>. Er studierte die <a href="Sieben_freie_K%C3%BCnste" title="Sieben freie Künste">Artes</a>, <a href="Mathematik" title="Mathematik">Mathematik</a>, <a href="Astronomie" title="Astronomie">Astronomie</a>, <a href="R%C3%B6misches_Recht" title="Römisches Recht">Römisches Recht</a> und <a href="Theologie" title="Theologie">Theologie</a>; 1492 <a href="Promotion_(Doktor)" title="Promotion (Doktor)">promovierte</a> er zum <a href="Bachelor" title="Bachelor">Baccalaureus artium.</a>
</p><p>Während seines Studiums an der <a href="Universit%C3%A4t_Erfurt" title="Universität Erfurt">Universität Erfurt</a> hörte er unter anderem die Vorlesungen von <a href="Henning_G%C3%B6de" title="Henning Göde">Henning Göde</a>, dem späteren juristischen Lehrer <a href="Martin_Luther" title="Martin Luther">Martin Luthers</a>, und er erlebte dort die Anfänge des <a href="Humanismus" title="Humanismus">Humanismus</a>. Vermutlich verließ er nach dem Erwerb des Baccalaureus artium Erfurt und besuchte darauf die <a href="Jagiellonen-Universit%C3%A4t" title="Jagiellonen-Universität">Universität Krakau</a>, die seit dem 15. Jahrhundert zum deutschen Unterrichtsgebiet gehörte. Es befanden sich zu dieser Zeit zahlreiche Studenten an der Krakauer Universität, weil diese es verstand, ohne den <a href="Scholastik" title="Scholastik">scholastischen</a> Traditionen des <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalters</a> untreu zu werden, die wissenschaftlichen Neuerungen der Zeit zu vermitteln; insbesondere in den humanistischen Fächern sowie der Mathematik und Astronomie.
</p><p>1496 promovierte er unter dem Dekanat von Michael Parisiensis (auch Michał Twaróg von Bystrzyków) zum <a href="Magister_artium" title="Magister artium">Magister artium</a>. Aus dem Briefwechsel mit Conrad Celtis geht hervor, dass er seinerzeit mit <a href="Johannes_Aesticampianus" title="Johannes Aesticampianus">Johann Sommerfeld</a> in Krakau verkehrte; zu seinen weiteren <a href="Kommilitone" title="Kommilitone">Kommilitonen</a> gehörte auch <a href="Josef_Gr%C3%BCnpeck" title="Josef Grünpeck">Josef Grünpeck</a>.
</p><p>Die genaue Aufenthaltsdauer von Stephan Rosinus an der Universität Krakau ist nicht bekannt, aber 1498 erscheint er wieder in Augsburg, weil er auf Weisung seines Vaters das Studium beenden musste. Er bewarb sich an der dortigen Domschule, wurde jedoch durch den <a href="Scholaster" title="Scholaster">Domscholaster</a> Christoph von Knöringen aufgrund seines Alters abgelehnt; die vorgelegten Empfehlungsschreiben von <a href="K%C3%B6nig" title="König">König</a> <a href="Maximilian_I._(HRR)" title="Maximilian I. (HRR)">Maximilian I.</a> und Conrad Celtis erklärte Christoph von Knöringen für erschlichen.
</p><p>Hierauf gestattete der Vater ihm ein weiteres Studium, allerdings knüpfte er daran die Bedingung, dass es sich um die <a href="Rechtswissenschaft" title="Rechtswissenschaft">Rechtswissenschaften</a> handeln müsse, und stellte hierbei auch nur eine geringe finanzielle Unterstützung in Aussicht.
</p><p>Am 23. Oktober 1498 <a href="Immatrikulation" title="Immatrikulation">immatrikulierte</a> Stephan Rosinus sich an der <a href="Universit%C3%A4t_Ingolstadt" title="Universität Ingolstadt">Universität Ingolstadt</a> und wendete sich am 25. Oktober 1498 brieflich an Conrad Celtis mit der Bitte um finanzielle Unterstützung, die dieser ihm offensichtlich gewährte. Er setzte nun, neben juristischen und theologischen Studien, das Studium der Mathematik fort. Er hörte unter anderem die Vorlesungen von <a href="Andreas_Stiborius" title="Andreas Stiborius">Andreas Stiborius</a>, mit dem er sich befreundete und dem er später nach Wien folgte.
</p><p>Bereits nach einem <a href="Semester" title="Semester">Semester</a> beendete er sein Studium an der Universität Ingolstadt und grüßte Conrad Celtis am 12. Mai 1499 in einem Brief aus <a href="Rom" title="Rom">Rom</a>, wo er sich wegen eines <a href="Pfr%C3%BCnde" title="Pfründe">Pfründengesuchs</a> aufhielt; am 14. Juli 1499 befand er sich bereits wieder in Augsburg.
</p><p>1500 hielt er sich erneut wegen einer Pfründe in Rom auf, die er darauf erhielt, jedoch ist nicht ermittelbar, um welche es sich handelte. Er kehrte darauf an die Universität Ingolstadt zurück und setzte sein Studium fort, bis ihn dort der Ruf der <a href="Universit%C3%A4t_Wien" title="Universität Wien">Universität Wien</a> erreichte. Hierbei erfuhr er die Förderung durch Maximilian I., der sich für die Universität Wien besonders einsetzte und den Anstoß zu einer Reorganisation der Hochschule gab; Maximilian I. nahm auch vereinzelt Lehrer der Universität in seine persönlichen Dienste, zu denen auch Stephan Rosinus und <a href="Johannes_Stabius" title="Johannes Stabius">Johannes Stabius</a> gehörten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufenthalt_in_Wien">Aufenthalt in Wien</h3></div>
<p>Für die mathematischen Wissenschaften gründete Maximilian I. zwei <a href="Lehrstuhl" title="Lehrstuhl">Lehrstühle</a>. Hierzu erschien am 22. September 1501 <a href="Johannes_Cuspinian" title="Johannes Cuspinian">Johannes Cuspinian</a>, <a href="Superintendent_(Universit%C3%A4t_Wien)" title="Superintendent (Universität Wien)">Superintendent der Universität</a>, und verlangte im königlichen Auftrag, dass für zwei Mathematiker <i>congrua loca</i> (geeignete Stellen) gewährt werden sollten. Stephan Rosinus, der in derselben Sitzung als Magister aufgenommen wurde, erhielt auf Vorschlag von Conrad Celtis eine Professur als <i>lector in mathematica regiae maiestatis</i>; dazu hielt er auch noch Vorlesungen zur Astronomie.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er wurde hierbei durch die königlichen Räte Johann Krachenberger (1460–1518) und Johann Fuchsmagen (1450–1510) unterstützt; die zweite Mathematikerstelle blieb vorerst unbesetzt.
</p><p>Weil nicht geklärt war, ob die beiden Mathematikerstellen an den königlichen Hof oder an die Universität angegliedert werden sollten, ging Stephan Rosinus im Auftrag der Universität vorerst an den königlichen Hof, allerdings wollte die Universität unter allen Umständen die neuen Stellen behalten und begann daher, für die Mathematiker ein neues Haus einzurichten. Es kam zu einem Kompromiss, sodass Stephan Rosinus an der Universität verblieb, die zweite Stelle jedoch wieder eingezogen wurde.
</p><p>Unter seiner Leitung erlebte die Universität Wien, nach <a href="Georg_von_Peuerbach" title="Georg von Peuerbach">Georg von Peuerbach</a> und <a href="Regiomontanus" title="Regiomontanus">Regiomontanus</a>, eine zweite Blüte der Mathematik. Der kaiserliche Geheimsekretär <a href="Jakob_Spiegel" title="Jakob Spiegel">Jakob Spiegel</a> lobte ihn als <i>begabt mit einzigartiger Vortrefflichkeit und Klugheit</i>.
</p><p>Während seines Aufenthaltes in Wien stand Stephan Rosinus in einem engeren Verhältnis zu dem Mathematiker <a href="Georg_Tannstetter" title="Georg Tannstetter">Georg Tannstetter</a> und dessen Schüler, dem späteren <a href="Reformator" title="Reformator">Reformator</a> <a href="Joachim_Vadian" title="Joachim Vadian">Joachim Vadian</a>, in dessen Korrespondenz Stephan Rosinus häufiger erwähnt wurde.
</p><p>Kurz vor seinem Tod verfügte Conrad Celtis am 24. Januar 1508 sein Testament und bestimmte hierbei zu <a href="Testamentsvollstrecker" title="Testamentsvollstrecker">Exekutoren</a> Johann Krachenberger, Martin Capninius, Andreas Stiborius, Thomas Resch, genannt Velocianus, und Stephan Rosinus.
</p><p>1514 gab er seine Professur auf und verließ Wien, um im Auftrag von Maximilian I. als kaiserlicher <a href="Gesch%C3%A4ftstr%C3%A4ger" title="Geschäftsträger">Geschäftsträger</a> und <a href="Sollicitatur" title="Sollicitatur">Sollicitator</a> nach Rom zu gehen; sein Nachfolger als <a href="Hochschullehrer" title="Hochschullehrer">Hochschullehrer</a> wurde Georg Tannstetter.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In seiner neuen Aufgabe spielte Stephan Rosinus eine bedeutende Rolle in dem Gelehrtenstreit zwischen <a href="Johannes_Reuchlin" title="Johannes Reuchlin">Johannes Reuchlin</a> und <a href="Johannes_Pfefferkorn" title="Johannes Pfefferkorn">Johannes Pfefferkorn</a>, in dem er sich bei der <a href="R%C3%B6mische_Kurie" title="Römische Kurie">Kurie</a> für Johannes Reuchlin einsetzte; dies trug ihm nach dem <a href="Gr%C3%A4zisierung" title="Gräzisierung">gräzisierten</a> Namen Johannes Reuchlins den Ehrentitel <i>Capniophilus</i> ein. Er wirkte auch auf Kaiser Maximilian stark zugunsten Johannes Reuchlins ein, so unterrichtete er 1515 den Kaiser zum Stand des Streits, als dieser für längere Zeit von Rom abwesend war.
</p><p>Neben den <a href="Kardinal" title="Kardinal">Kardinälen</a> <a href="Domenico_Grimani" title="Domenico Grimani">Domenico Grimani</a> und <a href="Hadrian_VI." title="Hadrian VI.">Hadrian</a>, dem päpstlichen <a href="Bibliothekar" title="Bibliothekar">Bibliothekar</a> <a href="Hieronymus_Aleander" title="Hieronymus Aleander">Hieronymus Aleander</a> und dem Prozessvertreter Johannes Reuchlins, Kaspar Wirt, stand Stephanus Rosinus in der ersten Reihe der Beschützer Reuchlins. Graf <a href="Hermann_von_Neuenahr_der_%C3%84ltere" title="Hermann von Neuenahr der Ältere">Hermann von Neuenahr</a> gab 1517 die Verteidigungsschrift <i>Defensio praestantissimi viri Joannis Reuchlin</i> heraus, in der er unter den Beschützern von Johannes Reuchlins Ehre vor allem Kaiser Maximilian, die Kardinäle Grimani und Hadrian sowie Jakob Questenberg (1460–1527) und besonders Stephan Rosinus erwähnte.
</p><p>Stephan Rosinus war auch auf dem <a href="Wiener_F%C3%BCrstentag" title="Wiener Fürstentag">Wiener Fürstentag</a> 1515 vertreten und traf hierbei Johannes Stabius. Bei diesem Treffen entstand der Gedanke zur Herausgabe von Georg Peuerbachs <i>Quadratum geometricum</i>, das Stephan Rosinus gewidmet wurde.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Rom pflegte er auch eine Freundschaft zu Johannes Goritz († 1527), genannt <i>Corycius</i>, der als Beamter der päpstlichen Kanzlei tätig war, zu <a href="Pietro_Bembo" title="Pietro Bembo">Pietro Bembo</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sowie zu Jakob Questenberg, der sich seit 1486 in Rom aufhielt.
</p><p>Er unterhielt eine gute Beziehung zur deutschen Nationalstiftung in Rom, dem Hospitium Teutonicum S. Mariae de Anima (siehe auch <a href="P%C3%A4pstliches_Institut_Santa_Maria_dell%E2%80%99Anima" title="Päpstliches Institut Santa Maria dell’Anima">Päpstliches Institut Santa Maria dell’Anima</a>), in deren Verbrüderungsbuch er sich am 16. Mai 1514 eintrug.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufenthalt_in_Passau">Aufenthalt in Passau</h3></div>
<p>Kurz nach dem Tod Maximilians zog Stephan Rosinus sich auf seine Pfründe in Passau zurück; aufgrund seiner Kenntnisse im Römischen Recht wurde er für diplomatische Angelegenheiten und kirchenrechtliche Prozesse verwendet. Er war auch ein Gegner der Reformatoren und nahm als Vertreter des Fürstbischof-Administrators an dem <a href="Reichstag" title="Reichstag">Reichstag</a> von 1521 teil, auf dem die <a href="Reichsacht" title="Reichsacht">Reichsacht</a> gegen Martin Luther verhängt wurde; hierüber berichtete er Joachim Vadian in einem Brief vom 7. Mai 1521.
</p><p>1527 war er Mitglied der Untersuchungskommission im Prozess gegen den Reformator <a href="Leonhard_Kaiser" title="Leonhard Kaiser">Leonhard Kaiser</a> und 1529 wurde er zum Reichstag in Speyer (sie auch <a href="Reichstage_zu_Speyer#1529" title="Reichstage zu Speyer">Reichstage zu Speyer#1529</a>) als Passauer <a href="Gesandter" title="Gesandter">Gesandter</a> abgeordnet. Er begleitete 1530 <a href="Herzog" title="Herzog">Herzog</a> <a href="Ernst_von_Bayern_(1500%E2%80%931560)" title="Ernst von Bayern (1500–1560)">Ernst von Bayern</a> auf den <a href="Reichstag_zu_Augsburg_(1530)" title="Reichstag zu Augsburg (1530)">Reichstag zu Augsburg</a>.
</p><p>Am 10. Januar 1537 nahm er, gemeinsam mit dem Passauer <a href="Weihbischof" title="Weihbischof">Weihbischof</a> <a href="Heinrich_Kurz_(Bischof)" title="Heinrich Kurz (Bischof)">Heinrich Kurz</a>, an der <a href="M%C3%BChldorf_am_Inn" title="Mühldorf am Inn">Mühldorfer</a> Konferenz der <a href="Kirchenprovinz_Salzburg" title="Kirchenprovinz Salzburg">Salzburger Kirchenprovinz</a> vom 10. bis 15. Januar 1537 teil.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1537 war er der Wortführer in einem Streit zwischen <a href="Ruprecht_von_Mosham" title="Ruprecht von Mosham">Ruprecht von Mosham</a> und dem Passauer <a href="Domkapitel" title="Domkapitel">Domkapitel</a>, das in Opposition zu Mosham stand. Mosham hatte das Ziel, den <a href="Antichrist" title="Antichrist">Antichristen</a> zu vernichten, den er im Papst, in Martin Luther, <a href="Huldrych_Zwingli" title="Huldrych Zwingli">Huldrych Zwingli</a> und den <a href="Wiedert%C3%A4ufer" class="mw-redirect" title="Wiedertäufer">Wiedertäufern</a> sah; sein Ideal war die Zurückführung der Kirche auf <a href="Jesus_Christus" title="Jesus Christus">Jesus Christus</a>. Es wurden regelrechte <a href="Disputation" title="Disputation">Disputationen</a> abgehalten, um zu beweisen, dass Ruprecht von Mosham ein <a href="H%C3%A4resie" title="Häresie">Häretiker</a> sei, um gegen ihn einen Prozess führen zu können. Nach einer Anklage durch Stephan Rosinus floh Mosham am 30. Oktober 1539<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aus Passau und wurde erst 1542 festgenommen.
</p><p>Stephan Rosinus löste 1542 den <a href="Salzburg" title="Salzburg">Salzburger</a> <a href="Domdechant" title="Domdechant">Domdekan</a> Ambros von Lamberg (1517–1551) als Sollizitator ab, als es um die Sicherstellung des <a href="Konzil_von_Trient" title="Konzil von Trient">Konzils von Trient</a> ging, unter anderem auch weil er als dortiger Domherr ein Haus besaß und die Verhältnisse vor Ort kannte.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Passau pflegte er Freundschaften unter anderem zu Kaspar Wirt, Ägidius Rehm, <a href="Hieronymus_Meitting" title="Hieronymus Meitting">Hieronymus Meitting</a>, Johannes Koler († 1538)<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und dem Nachfolger von Ruprecht von Mosham als Domdekan, Bernhard Schwarz (1501–1580).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Pfründen_und_Titel"><span id="Pfr.C3.BCnden_und_Titel"></span>Pfründen und Titel</h3></div>
<p>Stephan Rosinus erhielt durch den Kaiser 1513 ein <a href="Kanoniker" title="Kanoniker">Kanonikat</a> bei <a href="Stephansdom" title="Stephansdom">St. Stephan</a> in Wien; das Amt legte er 1528 nieder. 1513 wurde er als <a href="Propst" title="Propst">Propst</a> von <a href="Habach" title="Habach">Habach</a> bei <a href="Weilheim_in_Oberbayern" title="Weilheim in Oberbayern">Weilheim in Oberbayern</a> im <a href="Bistum_Augsburg" title="Bistum Augsburg">Bistum Augsburg</a> sowie als <a href="Stiftspropst" title="Stiftspropst">Stiftspropst</a> in <a href="Stra%C3%9Fburg_(K%C3%A4rnten)" title="Straßburg (Kärnten)">Straßburg (Kärnten)</a> erwähnt sowie 1515 als Kanonikus in Passau und <a href="Trient" title="Trient">Trient</a>. Von 1519 bis 1525 war er Inhaber der Pfarrpfründe in <a href="Krems_an_der_Donau" title="Krems an der Donau">Krems</a> (<a href="Pfarrkirche_St._Veit_(Krems)" title="Pfarrkirche St. Veit (Krems)">Pfarrkirche St. Veit</a>),<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Aicha_vorm_Wald" title="Aicha vorm Wald">Aicha vorm Wald</a>, <a href="Thurmansbang" title="Thurmansbang">Thurmansbang</a> und <a href="Reischach" title="Reischach">Reischach</a>.
</p><p>Er hatte für seine Tätigkeit in Rom vom Kaiser Maximilian verschiedene <a href="Pfr%C3%BCnde" title="Pfründe">Präbenden</a> erhalten.
</p><p>Der Papst verfügte 1514, dass der Propst des <a href="Kollegiatstift" title="Kollegiatstift">Kollegiatkapitels</a> <a href="Pfarrkirche_Stra%C3%9Fburg_(K%C3%A4rnten)" title="Pfarrkirche Straßburg (Kärnten)">Pfarrkirche Straßburg (Kärnten)</a> in Straßburg, Johannes Rösler, zur Zahlung einer lebenslänglichen Pension von jährlich 60 <a href="Gulden" title="Gulden">Goldgulden</a> an Stephan Rosinus verpflichtet wurde.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1515 erhielt er den Titel eines kaiserlichen <a href="Hofgeistlichkeit" title="Hofgeistlichkeit">Hofkaplans</a> und wurde in Rom zum <a href="Apostolischer_Protonotar" title="Apostolischer Protonotar">Apostolischen Protonotar</a> ernannt.
</p><p>Zum Schluss hat Stephan Rosinus auf sämtliche Pfründen bis auf Passau, Trient und Habach <a href="Resignation" title="Resignation">resigniert</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mitgliedschaften">Mitgliedschaften</h2></div>
<p>Stephan Rosinus gehörte dem engeren Kreis, dem sogenannten <a href="Contubernium" title="Contubernium"><i>Contubernium Sodalium</i></a>, der von Conrad Celtis gegründeten <i>Sodalitas litteraria Danubiana</i> <i>(siehe auch</i> <a href="Sodalitas_litteraria#Sodalitas_litteraria_Danubiana" title="Sodalitas litteraria">Sodalitas litteraria#Sodalitas litteraria Danubiana</a>), die sogenannte <i>Donaugesellschaft</i><sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, an, in dem sich die zwölf Mitglieder beim Essen über wissenschaftliche Probleme unterhielten, Beiträge verlasen und Briefe auswärtiger Freunde beantworteten. 1506 ließ Johannes Cuspinian in seinem <i>Haus zum steinernen Rössel</i> in der Singerstrasse 10 in Wien eine Tafel anbringen,<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf der die Namen der Contubernales verzeichnet waren, zu denen seinerzeit Conrad Celtis, Johann Krachenberger, Johannes Cuspinian, Johannes Stabius, <a href="Theoderich_Ulsenius" title="Theoderich Ulsenius">Theoderich Ulsenius</a>, ein Arzt aus Friesland, Andreas Stiborius, <a href="Gabriel_Guetrater" title="Gabriel Guetrater">Gabriel Guetrater</a>, genannt Eubolius, Wilhelm Pülinger, genannt Polymnius (1464–1534),<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der Leibarzt Maximilians I., Johannes Burger,<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Professor der Universität, der Historiker <a href="Ladislaus_Sunthaym" title="Ladislaus Sunthaym">Ladislaus Sunthaym</a> aus Ravensburg und die zwei Augsburger Stephan Rosinus und der Wanderarzt Heinrich Gradwohl, genannt <i>Euticus</i> († 1507), gehörten.
</p><p>In Rom gehörte er einem literarischen Kreis an, zu dem ausschließlich Deutsche gehörten, die in einer kleinen Kolonie am Fuß des <a href="Palatin_(Rom)" title="Palatin (Rom)">Palatin</a>, der alten <a href="Velia_(Rom)" title="Velia (Rom)">Velia</a>, wohnten; zu diesem Kreis gehörten unter anderem Christoph von Suchten (1476–1519)<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> aus <a href="Danzig" title="Danzig">Danzig</a>, Stephan Rosinus, <a href="%C3%84gidius_Rehm" title="Ägidius Rehm">Ägidius Rehm</a> aus Augsburg, Kaspar Wirt, <a href="Petreius_Aperbacchus" title="Petreius Aperbacchus">Petreius Aperbach</a> aus Erfurt, <a href="Michael_Hummelberger" title="Michael Hummelberger">Michael Hummelberger</a> aus Ravensburg und <a href="Caspar_Ursinus_Velius" title="Caspar Ursinus Velius">Caspar Ursinus Velius</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schriften_(Auswahl)"><span id="Schriften_.28Auswahl.29"></span>Schriften (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Practica teutsch magistri Steffani Rosslen von Augspurg zu wirden und eren der loblichen hohenschul zu Wien</i>. Wien 1504.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Stephan Rosinus</i>. In: <a href="Joseph_von_Aschbach" title="Joseph von Aschbach">Joseph von Aschbach</a>: <i>Geschichte der Wiener Universität</i>, Band 2. Wien 1877, S. 70, 75, 88, 348–350, 434 und 445 (<a href="https://archive.org/details/geschichtederwi05aschgoog/page/n364/mode/2up" class="extiw external" title="iarchive:geschichtederwi05aschgoog/page/n364/mode/2up">Digitalisat</a>).</li>
<li><i>Stephan Rosinus</i>. In: <i>Das Bücherzeichen des Passauer Kanonikus Rosinus</i>. In: <i>Zeitschrift für Bücherzeichen, Bibliothekenkunde und Gelehrtengeschichte</i>, 4. Jahrgang. Berlin 1894, S. 3 f. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/zeitschrift-fur-bucherzeichen-bibliothekenkunde-und-gelehrtengeschichte-4.1894/page/n13/mode/2up?q=rosinus">Digitalisat</a>).</li>
<li><i>Stephan Rosinus</i>. In: <a href="Gustav_Bauch" title="Gustav Bauch">Gustav Bauch</a>: <i>Deutsche Scholaren in Krakau in der Zeit der Renaissance</i>. In: <i>78. Jahresbericht der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur</i>. Breslau 1901, S. 50 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.biodiversitylibrary.org/item/114162#page/644/mode/1up">Digitalisat</a>).</li>
<li><i>Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben</i>, Band 2. Max Huber Verlag, München 1953, S. 162–180.</li>
<li><i>Stephan Rosinus</i>. In: <i>Deutscher Humanismus 1480–1520: Verfasserlexikon</i>, Band 2. Berlin/New York 2012, S. 746–752 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=iCQt5LikZ6MC&amp;pg=PT56&amp;lpg=PT56&amp;dq=Aderlass-Kalender+auf+1503+rosinus&amp;source=bl&amp;ots=E-8ZKS46VG&amp;sig=ACfU3U2DUxU3V5W43b3BvsAVRqRumiOgbw&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjE8tqKrPj6AhW8YPEDHTcdDO0Q6AF6BAgoEAM#v=onepage&amp;q=Aderlass-Kalender%20auf%201503%20rosinus&amp;f=false">Digitalisat</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://ixtheo.de/Search/Results?lookfor=119797763&amp;Type=GND">Stephan Rosinus</a></i>. In: <i><a href="Index_Theologicus" title="Index Theologicus">Index Theologicus</a></i>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
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<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Geschichte der Astronomie: Von den ältesten bis auf gegenwärtige Zeiten, in zwey Bänden. Enthält die Geschichte der Astronomie bis zu Ende des 17ten Jahrhunderts</cite>. Hofmann und Fiedler, 1792 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.com/books?id=ODwrAAAAcAAJ&amp;newbks=0&amp;printsec=frontcover&amp;pg=PA161&amp;dq=stefan+rosinus&amp;hl=de">google.com</a> [abgerufen am 25.&nbsp;Oktober 2022]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Stephan+Rosinus&amp;rft.btitle=Geschichte+der+Astronomie%3A+Von+den+%C3%A4ltesten+bis+auf+gegenw%C3%A4rtige+Zeiten%2C+in+zwey+B%C3%A4nden.+Enth%C3%A4lt+die+Geschichte+der+Astronomie+bis+zu+Ende+des+17ten+Jahrhunderts&amp;rft.date=1792&amp;rft.genre=book&amp;rft.pub=Hofmann+und+Fiedler" style="display:none">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Gustav Bauch: <cite style="font-style:italic">Die Anfänge des Humanismus in Ingolstadt: Eine litterarische Studie zur deutschen Universitätsgeschichte</cite>. S. 111 f. Walter de Gruyter GmbH &amp; Co KG, 2019, ISBN 978-3-486-73011-1 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.com/books?id=WAw0EAAAQBAJ&amp;newbks=0&amp;printsec=frontcover&amp;dq=Bauch+Gustav,+Die+Anf%C3%A4nge+des+Humanismus+in+Ingolstadt&amp;hl=de">google.com</a> [abgerufen am 24.&nbsp;Oktober 2022]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Stephan+Rosinus&amp;rft.au=Gustav+Bauch&amp;rft.btitle=Die+Anf%C3%A4nge+des+Humanismus+in+Ingolstadt%3A+Eine+litterarische+Studie+zur+deutschen+Universit%C3%A4tsgeschichte&amp;rft.date=2019-09-01&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783486730111&amp;rft.pub=Walter+de+Gruyter+GmbH+%26+Co+KG&amp;rft.volume=S.+111+f." style="display:none">&nbsp;</span></span>
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<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Deutsche Biographie: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-biographie.de/pnd119843587.html"><i>Suchten, Christoph - Deutsche Biographie.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 21.&nbsp;Oktober 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AStephan+Rosinus&amp;rft.title=Suchten%2C+Christoph+-+Deutsche+Biographie&amp;rft.description=Suchten%2C+Christoph+-+Deutsche+Biographie&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.deutsche-biographie.de%2Fpnd119843587.html&amp;rft.creator=Deutsche+Biographie&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
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